Gentrifizierung – von der politischen Klasse gewollte Wohnungsnot?

22 Feb

Ein anderer Gedanke bleibt einem ja gar nicht!
Wenn man sich als „Trüffelschwein“ betätigt,kann man sogar im TV noch brauchbares Material finden.Gestern lief eine Dokumentation auf WDR,Menschen hautnah – Reiche in die Stadt,die anderen an den Rand.

Reiche in die City – Die Anderen an den Rand
Wohnungsnot in der Großstadt

„Ganz hinten in der Verwertungskette“ sehen sich Annika und ihr Freund Slaven. Die angehende Lehrerin und der Medizinstudent suchen seit 2009 für sich und ihre zwei Kinder eine größere Wohnung in Köln. Doch zwei kleine Kinder, ein fremdländisch klingender Nachname und ein geringes Einkommen reichen aus, um die Chancen auf dem Wohnungsmarkt gen Null sinken zu lassen. Ein Umzug in die Peripherie wäre für die Familie der Horror: Die Kinder müssten den Kindergarten wechseln. Die Eltern hätten lange Fahrtzeiten in Kauf zu nehmen, bei dem ohnehin eng getakteten Familienleben und Slavens häufigen Nachtdiensten ohne Auto kaum zu bewältigen. Doch vielleicht bleibt der Familie gar nichts anderes übrig. Die jetzige Wohnung ist definitiv für alle zu klein.

Der Markt für preiswerte Wohnungen ist in den Ballungszentren extrem angespannt. So dramatisch wie im Augenblick war die Situation auf dem Wohnungsmarkt seit zwanzig Jahren nicht. Nach Auskunft des deutschen Mieterbundes hätten in Köln nach geltendem Recht über 40% aller Haushalte Anspruch auf eine Sozialwohnung. Versorgen kann die Stadt nicht einmal zehn Prozent. Bundesweit liegt der Bedarf bei rund sechs Millionen Sozialwohnungen. „Da sind Menschen darauf angewiesen, von Pontius nach Pilatus zu laufen und fühlen sich als Bittsteller, wenn sie für gutes Geld eine annehmbare Wohnung haben wollen.“ so NRW-Bauminister Michael Groschek.

Tinas Situation hat sich deshalb dramatisch zugespitzt: Die alleinerziehende Mutter von vier kleinen Kindern ist „Aufstockerin“. Mit ihrem Studio für Nageldesign kann sie die vier Kinder nicht ernähren und bezieht zusätzlich Geld vom Amt. Seit Sommer 2012 sucht sie eine öffentlich geförderte Wohnung. Vergeblich. Wenn sie nicht bald etwas findet drohen ihr und den Kindern die Notunterkunft, denn ihre alte Wohnung hat sie bereits gekündigt.

Allein im letzten Jahr sind die Mieten bei Neuvermietungen zum Beispiel in Köln um zehn Prozent gestiegen. Mindestens ein Jahr müsse man für die Suche nach einer erschwinglichen Wohnung einplanen – so Josef Ludwig, stellvertretender Leiter des Kölner Wohnungsamtes. Wer hingegen im oberen Preissegment suche, könne morgens zum Hörer greifen und nachmittags die Wohnungsschlüssel in der Hand halten – glaubt Hans-Jochem Witzke vom Düsseldorfer Mieterverein. „Wenn wir die fortschreitende Spaltung der Gesellschaft verhindern wollen, dann müssen auch Städte wie Düsseldorf und Köln an Normalverdiener und selbstverständlich auch an sozial Schwächere denken.“ erklärt NRW-Bauminister Michael Groschek. „Eine Luxus-Ghettoisierung werde ich bekämpfen.“ Doch ist genau das nicht schon in vielen deutschen Großstädten längst passiert?

Menschen hautnah begleitet Familien bei ihrer verzweifelten Wohnungssuche. Der Film begibt sich aber auch auf Spurensuche: Was sind die Gründe für den Wohnungsnotstand? Wer profitiert davon? Was unternimmt die die Politik dagegen? Und was wären sinnvolle Lösungsansätze?

Redaktion: Petra Nagel
Autor:

Ulrike Brincker
Quelle : http://www.wdr.de/

Sobald diese Doku irgendwo hochgeladen wurde,werde ich sie hier nachreichen.
Den Bürgern werden aufgrund der Politik Mietkostensteigerungen von bis über 40% durch Gebäudesanierung aufgezwängt,was die meisten Normal- oder Geringverdiener wohl zu einem Umzug zwingt.Denn wenn man bedenkt,das ein Durchschnittsverdiener in einer deutschen Großstadt wie Köln sagenhafte 40% seines Einkommens dafür ausgeben muss,ein Dach über dem Kopf zu haben,und die Qualität viele dieser „Wohnräume“ lassen wir erstmal aussen vor,dann ist doch offensichtlich,das sich das bald NUR noch Reiche leisten können.Traurig ist auch,das einem klar ist,wenn man in seinen 4 Wänden sitzt,die wahrscheinlich auch noch Mängel wie Schimmel o.ä. haben,das derjenige,oder diejenige Gesellschaft,Der oder Die die Miete kassiert und sich wahrscheinlich nicht um die Behebung der Mängel kümmert,keine Sorgen mit Mieten oder schlechten und zu teuren Wohnungen hat.Der Profiteur des Ganzen wird wahrscheinlich mehr Wohneigentum zum Privatvergnügen zur Verfügung haben,als er bewohnen kann.Da muss man als Otto-Normal-Verbraucher immer öfter die Fäuste in den Taschen ballen.
Nachdem unsere politische Klasse alles dafür getan hat,bezahlbaren Wohnraum zu zerstören,um es Heuschreckenkonzernen mit Schlupflöchern in der steuerlichen Gesetzgebung zu deren Gunsten möglich zu machen,auf Kosten deutscher Steuerzahler abzusahnen,werden die(augenscheinlich von der politischen Klasse gewollten) Gräben zwischen Reich und Arm sowie mittlerweile auch große Teile des Mittelstandes immer größer.Sollen so die Bürger gegeneinander aufgehetzt werden,Arm gegen Reich,Alt gegen Jung,Frau gegen Mann,Singles gegen Familien usw.,damit sich der Volkszorn nicht gegen die Schuldigen,die politische Klasse richtet?Oder ist den 10% der Deutschen,die sich Reich nennen dürfen,der Rest der Gesellschaft tatsächlich nur ein Dorn im Auge und somit höchstegal?Aber warum sollte man auch gegen etwas Stellung beziehen,das einem die eigenen Vorteile mindert…könnte man versucht sein,da zu denken.

Hier noch ein paar Videobeiträge :

www.youtube.com/watch?v=nLEHGgsGRrQ

www.youtube.com/watch?v=dKkpsZSaPmY

www.youtube.com/watch?v=mnCqhaaHDGQ

Advertisements

2 Antworten to “Gentrifizierung – von der politischen Klasse gewollte Wohnungsnot?”

  1. papacfish Februar 22, 2013 um 08:05 #

    Reblogged this on inklusionsgerecht und kommentierte:
    Für Menschen mit Behinderung und wenig Kohle ist es noch schwerer. Vielleicht bleibt bald nur noch der Weg ins Pflegeheim – trotz UN-Behindertenrechtskonvention.

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s