Ein Statement zur „unabhängigen Presse“ – 1880 so passend wie heute

24 Mrz
Swinton , John

John Swinton (1829-1901), Journalist, Zeitungsverleger und Redner. Chefredakteur der New York Times in den 1860ern

„Bis zum heutigen Tag gibt es so etwas wie eine unabhängige Presse in der Weltgeschichte nicht. Sie wissen es und ich weiß es. Es gibt niemanden unter Ihnen, der es wagt, seine ehrliche Meinung zu schreiben, und wenn er es tut, weiß er im Voraus, dass sie nicht im Druck erscheint. Ich werde jede Woche dafür bezahlt, meine ehrliche Meinung aus der Zeitung herauszuhalten, bei der ich angestellt bin. Andere von Ihnen werden ähnlich bezahlt für ähnliche Dinge, und jeder von Ihnen, der so dumm wäre, seine ehrliche Meinung zu schreiben, stünde sofort auf der Straße und müsste sich nach einem neuen Job umsehen. Wenn ich meine ehrliche Meinung in einer Ausgabe meiner Zeitung veröffentlichen würde, wäre ich meine Stellung innerhalb von 24 Stunden los. Es ist das Geschäft der Journalisten, die Wahrheit zu zerstören, unumwunden zu lügen, zu pervertieren, zu verleumden, die Füße des Mammon zu lecken und das Land zu verkaufen für ihr tägliches Brot. Sie wissen es und ich weiß, was es für eine Verrücktheit ist, auf eine unabhängige Presse anzustoßen. Wir sind die Werkzeuge und Vasallen der reichen Männer hinter der Szene. Wir sind die Hampelmänner, sie ziehen die Strippen und wir tanzen. Unsere Talente, unser Fähigkeiten und unser ganzes Leben sind Eigentum anderer Menschen. Wir sind intellektuelle Prostituierte“

Ein Statement von John Swinton, dem Doyen der amerikanischen Presse und einstigen Redaktionsleiter der „New York Times“ vor dem vornehmen New Yorker Presseclub im Jahr 1880.

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Eine Antwort to “Ein Statement zur „unabhängigen Presse“ – 1880 so passend wie heute”

  1. saschirulo Oktober 10, 2013 um 11:54 #

    Hat dies auf Ohne Armut Leben rebloggt und kommentierte:
    Ein Hoch auf alle freien Internetblogger, die sich nicht prostituieren.
    pros•ti•tu•ie•ren, sich; prostituierte sich, hat sich prostituiert; [Vr]
    1. sich prostituieren Geld dafür nehmen, dass man jemandem sexuellen Kontakt erlaubt
    2. sich prostituieren geschr pej; (meist nur wegen des Geldes) für Leute od. für Zwecke arbeiten, mit denen man sich nicht identifizieren kann

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