Für eine andere Welt – Proteste,Revolten und Aufstände,eine Video-Dokumentation

6 Apr

Allein im Jahr 2009 wurden weltweit 524 Aufstände gezählt, und fast ein Drittel davon fand in Europa statt.

Im Grunde ist das wichtigste Motiv eines Aufstands, zu sagen : „Wir sind da! Vergesst nicht, wir sind da! Wir zählen auch! Wir leben, wir sind lebendig!

Politische Revolte, Ausseinandersetzungen wegen dem Tode eines Jugendlichen,  gegen Ausbeutung durch niedrige Löhne, gegen den „Staat“, also die „herrschende Klasse“, zeigen im kleinen, was 1% der Erdbevölkerung zu erwarten hat, wenn sie weiterhin die überwiegenden 99% so behandelt, wie sie es derzeit tut. Niemand revoltiert aus reinem Spass an der Freude, sondern aus Wut und Hass, wegen Aussichtslosigkeit und „elitärer“ Bevormundung, wegen Übergriffen der von Steuergeld finanzierten „Staats“gewalt, wegen der offensichtlichen Lügen durch die „Eliten“, die sich bemerkenswerterweise nicht mal mehr die Mühe machen, „vernünftig“ zu lügen, da es  scheinbar ziemlich egal ist, ob der Bürger diese Lügen sofort durchschaut.

Gentrifizierung ist auch ein immer wichtiger werdender Aspekt, der den Volkszorn auch irgendwann in unserem weitestgehend durch Propaganda und Massenmedien regelrecht betäubt scheinendem Land zum überkochen bringen wird. Wenn Menschen feststellen, das sie nur noch überleben, statt zu leben, und ihnen noch nicht einmal mehr dieses „Über“leben dort gestattet wird, wo sie es gerne „fristen“ würden, aus „elitär“ künstlich geschaffenen monetären Gründen, also verdrängt werden, wie das Beispiel Kopenhagen in dieser Dokumentation anschaulich macht, muss sich die „Herrscherkaste“ nicht wundern, wenn es dann so weit kommt, wie es kommen muss, aus rein menschlichen Gründen wie der Aufrechterhaltung der persönlichen Selbstachtung.

Dort sieht man, was mittlerweile in Europa und dem Rest der Welt der Normalfall zu sein scheint, mit Schlagstöcken auf friedliche Demonstranten einprügelnde, naturgemäß systemgesteuerten Polizisten. Darf man sich da als „Elite“ wundern, wenn Polizeiwagen und Strassenzüge, ja ganze Stadtteile brennen? Sicherlich nicht!

Was macht denn ein angegriffenes,verletztes Tier. Es wehrt sich, im Rahmen seiner Möglichkeiten! Und da der Mensch, wenn sich selbst auch für die Krone der Schöpfung haltend, ein aufrecht laufendes Tier ist, zeigt sich in solchen Aufständen nur der Selbsterhaltungstrieb des Tieres der Gattung Mensch.

Das schöne an dieser Dokumentation ist, das man anschaulich gemacht bekommt, welche Eigendynamik und Macht sich mit Zuspitzung solcher Proteste auf der Seite der zahlenmässig Überlegenen ausbreitet. Das man sieht, wie bestens ausgerüstete Polizeieinheiten flüchten müssen. Es ist schon so ziemlich jedes große Raubtier einem zahlenmässig weit überlegenem Ameisenstaat zum Opfer gefallen!

Jugendliche, die sich für ihre Rechte einsetzen, sie erzwingen müssen, werden von Mitgliedern einer fundamentalistisch christlichen Sekte als „Terroristen bezeichnet, was in anderer Richtung wohl Klagen wegen Verleumdung usw. zur Folge gehabt hätte.

„Was veranlasst die Kopenhagener Stadtverwaltung eigentlich dazu, so kalt,so verwaltungstechnisch vorzugehen? Nehmen sie diese Abgeordnete, die sagt, sie (die Jugendlichen) verhalten sich gesetzeswidrig. Die Frage nach dem Recht, die Frage nach der Freiheit, die Frage nach der Vielfalt, all das zählt in ihren Augen nicht gegenüber diesem einen Punkt. Sie stehen ausserhalb des Gesetztes. Also kommt man zu dieser Entschlossenheit, und was diese bestimmt und erklärt ist, das es um einen finanziellen Vorgang geht. Das ist es nämlich.Dieses Gebäude liegt im Stadtzentrum, nicht irgendwo am Stadtrand. Es besteht die Möglichkeit, daraus finanziellen Profit zu ziehen. Das ist die Logik!“

Sätze wie :

„Warum sollte es Platz für eine Oper geben,wenn es keinen für die Jugendlichen gibt, warum soll es Platz geben für Immobilienmakler, wenn sich keiner ihre Wohnungen leisten kann? Warum soll es Raum für Fast-Food-Ketten geben, wenn es keinen für unsere Volksküchen gibt? Warum soll es Platz für die Reichen geben, wenn es keinen für die Armen gibt“,

brachten mich dazu, diese Dokumentation hier zu veröffentlichen.Denn all das hier gesagte aus anderen Ländern kann zu hundert Prozent auf Deutschland übertragen werden.

Zu guter letzt lässt die herrschende Klasse Dänemarks die Muskeln spielen, darauf bedacht, sich nicht vor den ausländischen Beobachtern durch Deeskalationstaktik zu blamieren :

Die organisierte Räumung wurde wie eine militärische Operation minutiös vorbereitet. Elitesoldaten der Antiterroristischen Kampfgruppe gehen zum Angriff über. Hunderte von Polizisten werden mobilisiert. Die Operation hat den dänischen Behörden, aber auch denen anderer europäischer Länder als Versuchslabor gedient. Französische,englische,deutsche und schwedische „Sicherheitsexperten“ sind extra angereist, um die Räumung zu verfolgen.

Soweit die deutsche Schuld, durch das nicht Verhindern von Gewalttaten gegen dänische Bürger, also unterlassener Hilfeleistung.

„Man bekommt ja immer von seinen Eltern und Lehrern beigebracht, das man sich richtig verhalten soll, das man anständig reden, diplomatisch und demokratisch sein soll. Das es für jeden Konflikt eine Lösung gibt. Viele von uns haben das so gelernt, und finden, das ist richtig. Aber wenn die mächtigen das Spiel nicht so mitspielen, wie sie es eigentlich sollten, was sollen wir denn dann machen? Dann sehen wir auch keine Möglichkeit, das Spiel mitzuspielen. Genau an dem Punkt stehe ich heute. Ich habe keine Lust mehr, ich werde sie einfach vernichten, ich werde ihr Spiel, ihr System zerstören!“

Griechenland erlebte im Jahr 2008 einen nie dagewesenen Gewaltausbruch, seit dem Sturz der Diktatur im Jahre 1974.Die dreiwöchigen Ausschreitungen beginnen in Athen, und breiten sich über das ganze Land aus. Nicht in den verrufenen Vorstädten, sondern in den Innenstädten. In diesem Fall ist der Auslöser ein polizeilicher Mord. Am Abend des  6. Dezembers 2008 wird in einem Athener Arbeiterviertel ein 15jähriger durch die Kugel eines Polizeibeamten getötet. Eine einfache verbale Auseinandersetzung mit zwei Jungen ist eskaliert.

„Eine der Situationen, die sich wiederholen, die weltweit zu Ausschreitungen führen, ist der Tod eines Jugendlichen. Die Polizei wird verdächtigt, für den Tod verantwortlich zu sein. Ob das nun zu Recht ist, oder zu Unrecht, spielt dabei keine Rolle. Der Verdacht als solcher ist wichtig. Weil dieser Verdacht den Gedanken beinhaltet, das ihr Leben (das der Jugendlichen) weniger Wert ist, als das anderer Menschen. Die Frage nach dem Wert ihres Lebens ist eine wesentliche Frage. Weil sie zugleich zeigt, das die Staaten, die Regierungen, und die für die Organisation der Gesellschaft verantwortlichen Menschen unfähig sind, dem Potenzial dieses Lebens gerecht zu werden. Und das zeigt auch die Fähigkeiten dieser Jugendlichen, trotz allem gemeinsam in der Lage zu sein, dem „Staat“ zu sagen, „So geht`s nicht!“

Folgende Aussage zeigt auch auf, warum die „Elite“ nicht so gerne sieht, das ihr Nutzvieh eigenständig denkt, und deshalb gerade ausreichende Kenntnisse zum Ausführen von Arbeiten durch die Bildung zugestanden wird, aber nicht um eine eigenständige Meinung zu haben, nicht zum eigenständigem, klarem Denken in der Lage sein sollen.

„Und dann denkst du, wofür zum Teufel wähle ich sie, was zum Teufel tut diese Gesellschaft, tut dieser Staat? Nichts! Was tust du also? Du gehst raus und probst den Aufstand! Und da ist alles gerechtfertigt! Ich finde, alles!“

Ein deutsches Sprichwort besagt, wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus. Oder aber auch das vielzitierte „Wer Wind sät…“ greift hier :

„Da steigt einer aus seinem Wagen, und tötet einen Jungen. Er ist ein Polizist, und er haut einfach ab. Da gibt es keinen Frieden mehr, da gibt es Gewalt. Nur Gewalt!“

Im ganzen Land kochten die Emotionen über, tausende von Menschen jeden Alters gehen spontan auf die Strasse, um ihre Empörung zu bekunden.

Dieser Marsch hatte eine beispiellose Dynamik, so etwas hatte ich noch nicht erlebt. Bis zu diesem Moment hatte ich noch nie eine so dynamische Menschenmenge gesehen. Und ich sah überall, aber auch bei mir selbst, das keiner, aber auch keiner, herumdruckste. Niemand hatte Angst!

Doch die Behörden entscheiden sich, hart durchzugreifen.

„In dieser Phase war die Situation ausser Kontrolle geraten. Und es machte uns nichts aus. Sie schlugen uns mit Schlagstöcken auf die Rücken. Sie rissen uns die Haare aus, traten uns mit Stiefeln. Unter uns waren Frauen, Kinder, alte Menschen. Auch Journalisten wurden von den Polizisten geschlagen.“

„Es ist sicher ein politisches Problem, wenn man nicht der Willkür der Polizei entgegentreten will, dem Mißbrauch der Macht. Wenn man nicht will, das die Polizei nicht die Rolle des „Beschützers“, sondern die des Unterdrückers hat. Von diesem Moment an ging es um die gesamte politische Situation. Den Problemen in der Gesellschaft, der Wirtschaft, ja sogar der Kultur. Bis hierher und nicht weiter! Wir können es nicht mehr ertragen!“

„Plötzlich war es, als ob ein Schleier weg wäre, und wir plötzlich all unsere Probleme sehen könnten. Das wir keine Arbeit finden werden, und wenn doch, dann wird sie ätzend und mies bezahlt sein. Das wir in einer Gesellschaft und einer Welt leben werden, die ganz anders ist, als die Dinge, von denen wir behaupten, sie tun zu wollen, und das die Werte, die dort herrschen, nicht die von uns Gewünschten sind. Und das du so nur überleben, aber nicht leben kannst.“

„Im ganzen Land wehte ein revolutionärer Wind. Und als wir mitbekommen haben, das in anderen Ländern Europas und der Welt Solidaritäts- und Protestkundgebungen für Griechenland stattfanden, fragten wir uns, sag bloß, wird die Revolution hier beginnen?“

Jetzt geht es nicht mehr nur um den Tod des jungen Mannes, sondern um die Ablehnung einer bestimmten Form des regiert, besser des beherrscht werdens, die weit entfernt ist von den Erwartungen der Bürger. Ein Gefühl übrigens, das mittlerweile Dank EU in ganz Europa verbreitet ist.

„Die Rechtmäßigkeit eines Staates gründet sich auf seiner Fähigkeit, zu beweisen, oder festzustellen, das er im Stande ist, die Interessen der Nation wahrzunehmen und diese zu verteidigen. Doch offensichtlich sind die heutigen Staaten dazu nicht mehr in der Lage. Nehmen sie doch nur den griechischen Staat, an wem orientiert er sich den hauptsächlich? Am Finanzmarkt und seinen europäischen „Kollegen“. Erst in zweiter Linie am griechischen Volk. Auf die ein odere andere Weise sind so die von der Globalisierung betroffenen Staaten somit in Schwierigkeiten. Sie haben Schwierigkeiten, die Interessen ihres Volkes wirklich zu vertreten und zu sagen, wir sind ein Nationalstaat.“

„Die meisten europäischen Regierungen begehen politischen Selbstmord, aber das ist ihnen egal.“

Im Jahr 2009 gab es in 15 Ländern Arbeiteraufstände, ein Jahr später greifen sie auf alle Kontinente über.Es betrifft sowohl die alten „Demokratien“, die ihr Gleichheitsversprechen nicht einhalten, als auch autoritäre Staaten.

Wir beobachten die Auflösung dessen, was wir Klassenbewußtsein nannten. Sprich, auch mal in Konfrontation zum „Staat“ zu stehen, mit ihm Kompromisse einzugehen, ja sogar die Macht zu übernehmen, eine Revolution zu beginnen. Das hat das 20. Jahrhundert geprägt, aber das ist vorbei!“

Warum vorbei? Weil wir unterbewusst „umerzogen“ wurden, domestiziert. Weil wir nur noch mit unseren eigenen Problemen so viel zu tun haben, das wir uns um andere gar nicht mehr kümmern können, wollen. Das resultiert natürlich auch aus der Systempropaganda des 21. Jahrhunderts, der Informationstechnik der „Herrscherkasten“. Wir sollen und dürfen nicht zusammen eine Macht erringen, die Wohl- und Fortbestand dieses einen Prozentes der Weltbevölkerung und 10% Deutschlands gefährdet. Den Wohlstand, der aber von den zahlenmässig überlegenen 99% bzw. 10% erarbeitet wird. Wenn man sich einmal vor Augen hält, wie sich 99% der Weltbevölkerung von nur einem Prozent der „Eliten“ ausbeuten und bevormunden lässt, muss man sich doch tatsächlich an den Kopf fassen, und aufpassen, das man nicht in Resignation versinkt. 

Wir sind doch in der Überzahl, und lassen uns auf der Nase herumtanzen? Das will sich mir nicht begreiflich machen, beim besten Willen nicht. Euch?

Doch hier nun endlich die Arte-Dokumentation :

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s